Am Rhein

Zoobrücke

Der Rhein ist cool. Ich war oben, wo er entspringt, ich war unten, an der Mündung, aber so richtig Rhein ist er nur hier. Klar.

Am Rhein, da find’ ich immer linke Schuhe. Ich sammle sie und nagel’ sie an Bäume. Falls jemand sie vermißt.

Am Rhein sitzen ist sehr praktisch: Man kann sich aufs Wesentliche konzentrieren und den Ballast reinwerfen. Den fressen dann die Fische.

Am Rhein, da haben wir Köln mal richtig krachen lassen. Da fuhr die Polizei ins Phantasialand und brachte uns ’ne Straßenbahn voller Punker.

Das Dumme am Rhein sind die Möwen. Die kreischen mich an in einem fort: „Zum Meer! Zum Meer!“ Es ist zum Segelsetzen …

Am Rhein wollte ich mal eine Ballerina küssen. Sie weinte leise. Ich hielt sie fünf Stunden lang. Dann kam die Polizei. Wir lachten.

Am Rhein hab’ ich mal ‘ne schöne Frau nicht geküßt. Wollte nett sein. Dummkopf. Hat dann noch Wochen gedauert. Nun setzt sie die Segel.

Am Rhein habe ich gefeiert und gevögelt, gelitten und geliebt. Und da sag’ noch einer, „et Wasser“ sei bloß Wasser.

Am Rhein kommt schon mal die Ewigkeit vorbei. Am Rhein! Daß ich nicht lache …

Am Rhein hab’ ich mich an ihrem Duft betrunken. Heute möcht’ ich jeder, die ihn trägt, zurufen: „Zieh das aus!“ Doch sie duftet längst anders.

So, Astra ist alle. Komm, Rhein, wir gehen!

1. Oktober 2014

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