Twitter, Kippen und Schokolade

RauchenFreitag, 5. September 2014: Ein paar gelangweilte Volontäre in deutschen Online-Newsrooms belächeln den neuesten Windbeutel der deutschsprachigen Twitteria: den #Twitterstreik – die etwas alerteren Benutzer des „Kurznachrichtendienstes“ freuen sich gar nicht auf Twitters Ankündigung, künftig ungebeten Tweets in individuelle Timelines zu posten. „Das ist ja wie bei Facebook!“ mault die Blase. Ja, das kann man so sehen. Und bald wird es sich auch so anfühlen. Und weil der deutsche Markt für Twitter eine unglaublich wenig lukrative Randerscheinung ist, wird der Dienst „not a single fuck“ darauf geben, was germanophone User von alldem halten.

Ich twittere in den beiden Stunden Streik von 10 bis 12 Uhr mal nicht, sondern fülle stattdessen eine Liste mit dem schönen Namen „Streikbrecher“, was die einen komisch finden und die anderen befremdlich, und es gibt sogar welche, die sich darüber ärgern. Den restlichen Nachmittag verbringe ich dienstlich mit dem Abarbeiten von freitäglichem Kleckerkram, nebenher setze ich eine Tonne Empfehlungen ab (#FF – FollowFriday). Auch so eine paradoxe Sache: empfohlen werden möchte eigentlich jeder mal, aber die Empfehlungen lesen …? Ach nein, das nervt.

Und dann lösche ich meinen Twitter-Account.

Es gibt ja Menschen, die müssen nicht mit dem Rauchen aufhören, weil sie ein bißchen rauchen können. Wie ich sie beneide, diese ausgeglichenen Maßhalter! Sie haben so viel weniger Probleme mit Überschwang und Maßlosigkeit, da habe ich mich schon oft gefragt, warum man von der Evolution so benachteiligt werden kann? Ich habe versucht, das Problem in einem Tweet zu beschreiben:

Schokolade-Tweet

Rauchen und Schokolade sind nur zwei Beispiele. Ich könnte noch „Centipede“ dazunehmen. Der Daddel-Klassiker von Atari hat mich ganze Tage an Lebenszeit gekostet, Tage, die ich wohl besser damit zugebracht hätte, jemanden zum Knutschen zu finden, aber nein … Die Liste ließe sich verlängern und wenn ich über psychologisches Fachwissen verfügte, würden mir auch schlaue Wörter für derlei Maßlosigkeit einfallen – auch ohne schlaues Wort verliert die Computerspielindustrie an diesem Punkt einen solventen Kunden. Am vorläufigen Ende dieser Liste steht jedenfalls Twitter.

Nützliches Werkzeug

Als ich im Sommer 2010 einen Account eröffne, will mir so gar nicht einleuchten, was man damit anfangen kann. Es ist @Cynx, der mir das ein wenig näherbringt und als ich es verstanden habe, benutze ich das für mich neue Tool gleich, um die Werbetrommel für ein nichtkommerzielles Projekt zu rühren. Es ist toll, wie schnell es gelingt, einschlägig interessierte Leute zu finden und anzusprechen (zeitgleich verfolge ich auf der Arbeit die ersten Schritte unserer noch recht unbedarften Social-Media-Abteilung und finde die Art und Weise, wie sich Unternehmen auf diesem Weg an Verbraucher ranschmeißen, auf Anhieb unsympathisch). Ich finde es cool, wie niedrig die Schwelle für einen Kontakt auf Twitter liegt – kein aufwendiges Herumreisen, kein stundenlanges Telefonieren, bloß ein paar Tweets absetzen, vielleicht einen Link verschicken, eine Mailadresse …

Etwas später, ich bin unterdessen Mitglied der Piratenpartei geworden, erlebe ich, wie sich eine Gruppe, die Piraten nämlich, per Twitter vor den Augen der Öffentlichkeit zum Affen machen kann. Das finde ich ebenfalls sehr überzeugend, wenngleich in negativer Hinsicht. Ich begreife auch, wie monothematische Accounts funktionieren und jene Kunstfiguren, die in größtmöglicher Stilisierung ein plakatives, maximal reduziertes Image verbreiten, das es einer großen Benutzergruppe ermöglicht, ihnen zu folgen, ohne daß sie jemals enttäuscht werden – ein Big Mäc schmeckt eben immer wie ein Big Mäc. Trotz alledem überzeugt mich jedoch der offene, simple Charakter, der Twitter auszeichnet – Social Media würde mir erhalten bleiben. Meinen Facebook-Account lösche ich nach einem Jahr wieder, weil ich die Seuche, die Facebook ist, deutlich rieche. Meine Google-Accounts lösche ich, als ich ihrer nicht mehr bedarf. Danach reduziert sich meine tägliche Online-Aktivität drastisch auf ein Forum und eben Twitter.

Rauchen im Regen

Über 35.000 Tweets habe ich in vier Jahren geschrieben, belangloses Zeug, Smalltalk, irrelevante Meinungen, aber auch mit wachsendem Vergnügen Sprachspielereien, die ich anfangs abfällig als „Bonmot-Twitterei“ abtat, erst Mem-Beiträge, dann auch mal Versuche, witzig zu sein, obwohl ich schon lange weiß, daß ich das Pointenschmieden besser anderen überlasse. Und dann, ganz allmählich, werden die Charaktere hinter dem ganzen Wortgeklingel sichtbar, blitzt so eine Ahnung auf, warum man einen marginalen Kanal wie Twitter unter „social media“ einordnet. Da wird’s dann interessant, dieses Twitter. Im selben Augenblick meldet sich im Hinterkopf der routinierte Wieder-mal-Ex-Raucher und warnt: „Ich erkenne Sucht, wenn ich sie sehe: der Zeitaufwand steigt, Wichtigeres ist nicht mehr wichtig, es gibt Belohnungsmechanismen, Verhalten wird geändert, um neue Belohnungen zu generieren, und am Ende steht ihr gemeinsam vor dem Haus, weil ihr rauchen wollt.“ … Würde ich auch ohne Qualm vor diesem Haus stehen? Vielleicht noch im Regen?

Twitter-Staistik

Juli 2010: Ich starte mit 12 Tweets, im Juli 2014 sind es schon 2449 …

Arbeit, Familie, Hobbies und wenig Urlaub – die Freundschaften, deren Pflege da gelingt, sind rar. Wer einmal der Kinder wegen aus dem Zentrum der Party weg an den Stadtrand gezogen ist, kennt das: »Wir kommen euch mal besuchen!« Sicher. Einmal, zweimal, das war’s dann. Du wirst zu dem, der um elf die Party verläßt, du bist der Sprudeltrinker, der am nächsten Morgen ein Meeting hat, du bist der, der wochenends die Kinder bespaßt. Konzerte? Kino? Festivals? Spontane Touren? Vergangenheit. Punk Rock geht anders. In dieser Situation sieht Social Media wie die Lösung aller Probleme aus.

Doch Facebook ist kein Sozialleben, es ist ein hohles Surrogat. Twitter verschafft dir schnell neue Kontakte, doch mit wem hast du es da eigentlich zu tun? Wenn man das herausfinden will, kann man ein Twittertreffen besuchen (was ich bisher nie geschafft habe). Und an dem Punkt wird es absurd: sich Zeit freischaufeln, um (mit Sicherheit hochinteressante und sehr unterhaltsame!) Fremde kennenzulernen, während man es nicht auf die Reihe kriegt, die eigenen Freunde beisammen zu halten? Da läuft was aus dem Ruder. Und wenn das Treffen gelaufen ist, sitzt man doch wieder nur da, checkt die Timeline, registriert Favs, bejubelt Retweets und nimmt neue Follower in Augenschein. Irgendwann rauscht das nächste Mem durch – kann ich eigentlich selbst mal eins starten? – gibt es den nächsten #Tatort, die nächste abendliche Nonmention-Runde, nimmt man Anteil an persönlichen Dingen (immer mit leichtem Befremden, weil ja alles öffentlich ist, aber was ist schon privat in Zeiten der totalen Überwachung?), bedauert man wirklich, wenn jemand nicht mehr teilnimmt an dem Reigen, und freut sich, wenn die vertrauten … ja, was denn? Gesichter? Sind es wirkliche Gesichter? … ach, egal, man freut sich jedenfalls, wenn sie wieder da sind. Und, ja, sicher, irgendwann könnte man sich mal mit einigen von ihnen treffen, vielleicht nächste Woche … ach, nein, da war schon was … nächsten Monat, sicher irgendwann. Oh, ein Einhorn …! Oh, Brüste … gnihi!

Jenseits der 140

Die Mechanismen zu durchschauen ist eine Sache, sich nicht von ihnen beherrschen zu lassen, eine andere – das weiß instinktiv jeder, der schon einmal versucht hat, mit dem Rauchen (oder einer anderen Sucht) aufzuhören. Ich rauche schon ziemlich lange nicht mehr und ich bin mutig geworden, lasse keine Prüfung aus, bilde mir ein, daß ich mich nicht mehr hinterrücks überraschen kann und weiß doch, daß es immer riskante Momente geben wird. Twitter schenkt mir das wohlige Gefühl, Teil eines sozialen Gefüges zu sein? Dann wird es Zeit, herauszufinden, wie belastbar das ist: denn die Imagos, die mir tagtäglich begegnen, sind – das bringt das Medium mit sich – so lückenhaft, daß mein Unterbewußtsein die Lücken füllen muß. Am Ende kann ich den Menschen hinter den Bildern gar nicht begegnen, weil sie in dieser Form nirgends existieren außer in meinem Kopf. Und wenn es wirklich möglich ist, den Menschen tatsächlich zu begegnen, wieviel davon paßt tatsächlich in den Alltag? 140 Zeichen sind schnell getippt und versprechen vielleicht mehr, als sie halten können.

Dachboden-Tweet

Irgendwann werde ich wieder auf dem Weg an die Küste sein und dann werde ich im Nebel von Ostfriesland haltmachen und mir einen dieser Wortkünstler anschauen. Es wird Beck’s im Kühlschrank stehen und wir werden es trinken. Irgendwann werde ich dann endlich mal zur rechten Zeit im Schillergarten oder bei Hüblers sitzen und sehen, wer all die Leckereien vertilgt, deren Fotos ich mir tagtäglich angesehen habe. Irgendwann werde ich die Chuzpe besitzen und den Mann mit dem Hut im ICE fragen, ob er den Platz, auf dem er sitzt, auch reserviert hat, und vielleicht mäkele ich, der ich nie im Leben eine Krawatte gebunden habe, ein wenig an seinem Krawattenknoten herum. Vielleicht fahre ich mal auf die Isle of Man, wenn Tourist Trophy ist und trinke ein Bier mit ’ner alten Pflegerin – FUMP! Irgendwann sitze ich vielleicht mal in einem Münchner Café und düpiere mein gelb-schwarzes Gegenüber mit einem Lobgesang auf die Königsblauen. Irgendwann mache ich einer Wildfremden ein Kompliment für Ihre Augenbrauen und sie wird entscheiden müssen, ob sie mir eine reinhauen oder lächeln soll. Vielleicht laufe ich tatsächlich mal durch den Vorgebirgspark und gucke, ob es da wirklich kleingewachsene Jogger gibt. Sehr gern würde ich mir auf einer Schweizer Alm Yogaübungen für uns Über-40-Jährige zeigen lassen, demonstriert von einer Bremer Stadtmusikantin mit einem Faible für Ehrenfelder Kaffee. Wer weiß, irgendwann sitze ich in einem Kölner Biergarten und fachsimpele über Chiffren und Kaffeesatzleserei, während ich jede einzelne Kippe verfluche, die dabei geraucht wird. Ziemlich sicher aber werde ich ortskundige Begleiter haben, wenn es mich jemals wieder nach London verschlagen sollte. Und das ist schon ziemlich cool!*

Unterdessen möchte ich die zurückgewonnene Zeit nutzen, um mich den liegengebliebenen Dingen zu widmen, den un- und nicht fertiggeschriebenen, den nicht gebauten und nicht erschaffenen, den vergilbten To-Do-Listen, den Sollten-wir-mals und Könnte-mans. Das fave ich mal.

*P.S.: Ja, ich habe dich hier nicht aufgezählt. Und dich nicht und dich nicht und dich und dich und dich … Aber ihr seid alle gemeint. Meine Anschrift, meine Telefonnummer und meine E-Mail-Adresse findet ihr im Impressum.

Links

  • „Ich versuche mal, grob zusammenzufassen, was ich darüber weiß, wie Twitter funktioniert.“larifariabel
  • Allerlei Erhellendes zum Selbstverständnis von Twitterern und den diversen Typen, die man unter ihnen antrifft: Rockefitz
  • „Mein Fazit: Ja, es gibt sie die Likes- und Fav-Süchtigen in den sozialisierenden Netzwerken. Ja es gibt dort auch diese Menschen, die sich dort mehr versprechen, als gelbe Sternchen oder Emoticons, wohl auch ab und an bekommen. Und nein, ich denke nicht, dass dadurch eine echte Partnerschaft im wirklichen Leben ersetzt werden kann. Nicht einmal ansatzweise.“ickemich
  • „Gestern habe ich sie nun zum ersten Mal am eigenen Leib erlebt, die schlimme und fiese Seite vom Internet. Auf Twitter.“darksun666
  • „Heimlich bin ich auch genervt, wenn einer immer noch das letzte Wort haben will oder wenn meine reply ignoriert wird. ,Sterne, gebt mir Sterne, ganz viele und sofort!‘ schreit es nach jedem abgesendeten tweet in mir. Aber dann … Noch habe ich die Ruhe, mir selbst zu versichern, daß von den Sternen nichts abhängt oder davon, ob jemand, den ich nicht kenne und voraussichtlich nie kennenlernen werde, meine Antwort witzig fand oder nicht. Das macht mich alles nicht schöner, klüger und schon gar nicht glücklicher.“wiase

Ähnliche Beiträge

Abgelegt unter Journal und getaggt mit , , , , , . Setz ein Lesezeichen auf den Permalink.

15 Antworten auf Twitter, Kippen und Schokolade

  1. Da saß ich nun bestimmt eine Viertelstunde vor diesem Kommentarfeld und suchte nach den Worten, die ich dir mit auf den Weg geben wollte, dabei war es nur ein einziges: danke!

  2. Bittegerne! Ich weiß zwar nicht so recht, wofür du dich bedanken möchtest, aber ich entscheide mich einfach mal dafür, daß wir immer wieder unterhaltsame Dialoge fabriziert haben, die uns (und hoffentlich auch anderen) viel Spaß gemacht haben. Dafür hätte ich dann aber zu danken.

  3. ickemich sagt:

    Hatta mittlaweile mal drüber nachjedacht? Hatta! Jing ja och irjendwie jarnich anners.

    Hatta ditt nu och akzeptiert? Naaa … jaaah … Hatta!

    Mussta ja och, bleibt ja sonst nüscht übrich. Kanna er ja nicht mit die Spaltaxt in Kofferraum … öhem … kann er schon, aber endet dann in einem Riesenbesäufnis. Wahrscheinlich mit Kölsch, und Blasendruck und einem Spaltaxtkater. Schafschädelhutschmerz gibt das wohl. Jo.

    Schön, dass Du dabei warst, Meister! Damals!
    Und ja, das Beck’s steht hier immer so rum. Kalt!

    Danke!

  4. Ich nenne eine Fiskars X 25 mein eigen, obwohl ich nicht mal einen Garten habe. Gerüstet wäre ich wohl …

    Wir bleiben aber beim Beck’s!

  5. ickemich sagt:

    Gut, dann kann ja die Fiscus X 25 dem Axtblatt ja ein paar Lächelfunken entlocken, bevor der Zweitschlag den lächerlichen Minitank in Richtung Baltrum manövriert.

    So wird das Beck’s dann auch nicht warm.

    Deal!

  6. Selbstredend verstehe ich kein Wort, aber der Ton deiner Ansprache überzeugt mich. :)

  7. Michael sagt:

    Hallo Manfred,
    das ist ein sehr kluger Text, den ich von Zeile zu Zeile mit mehr Aufmerksamkeit gelesen haben. Vielleicht ist es ja ein blöder Spruch zu sagen: Ich verstehe genau, wovon du redest. Aber ich verstehe es schnell und unmittelbar.

    Ich bin erst seit wenigen Wochen bei Twitter und schon spüre ich, was du jetzt abschüttelst. Ich habe es wie du ebenfalls wieder und wieder zu anderen Gelegenheiten gespürt. Und ich frage mich: wo liegt der Unterschied zwischen mir und denen, die es nicht spüren?

    Eine Antwort ist sicherlich: Dopamin. Aber reicht die?
    Möchte ich auf dem Sterbebett stolz auf meine Tweets sein und feststellen, dass das nicht geht? Twittern (als Symbol für vieles) ist Luftgitarre spielen. Es ist Persönlichkeitssimulation, im Sinne Heideggers das Un-Eigentliche.

    Ich spüre, was du beschrieben hast. Die Ratte in mir, die wieder und immer wieder auf den Knopf drücken möchte, ganz gleich, ob sie belohnt wird oder nicht. Dopamin belohnt die Erwartung, nicht die Erfüllung. Das Suchen, nicht das Finden. In sozialen Netzwerken steht performance über presence.
    Doch das Eigentliche, das ist das Nicht-mitteilbare.

    Wenn ich im Tai Chi meine Form laufe, wenn ich im Fühlinger See tauche zwischen stillen, würdevollen Hechten. Wenn ich laufe. Meditiere. Mit Freunden in der Kneipe sitze. Familie, Kinder. Nichts von dem, worum es da geht, kann ich twittern oder auch nur sonstwie mitteilen. Mit dem, was das Leben wirklich ist, sind wir allein. Mit Glück unter Freunden.

    Warum aber die Ratte in meinem Kopf? Was sucht sie, das ich noch nicht gefunden habe? In welcher Leerstelle in meiner Seele hat sie sich eingenistet? Aus welchem Defizitit bezieht sie ihre Macht, Zeit aus meinem Leben zu streichen und meinen Kopf mit dem pelzigen Gefühl der Sinnlosigkeit zu füllen?
    Worum ist die Grenze zum Zuviel so unsichtbar und schleicht sich so unerbittlich jedesmal auf’s neue an? Warum müssen wir immer wieder auf’s neue Nein sagen und alle Schiffe in Flammen setzen?
    Doch wir können es, immerhin.

  8. “BURN THE SHIPS is the name of my next band …”

    Sätze wie diesen twitterte John Scalzi (@scalzi) eine ganze Weile lang – bloß ein running gag und in sowas ist er richtig gut. Aber für jemanden wie Scalzi ist jedes Medium ein gutes Medium, solange er seine Botschaften loswird, seine Umsätze steigert und der Rückkanal nicht zu sehr anschwillt.

    Für unsereins bedeutet das Schwimmen im Rückkanal eben nicht Verbesserung der Lebensqualität durch gesteigerten Umsatz, sondern Verlust an Lebenszeit. Der soziale Gewinn ist in der Tat eine Illusion, weil ich bloß Imagos berühre und die Menschen dahinter nicht direkt erlebe.

    Das Beispiel mit der Ratte finde ich treffend. Leider. (Das erzählt schon die ganze Geschichte.)

    “THE RUNAROUNDS is the name of my next band.”

    Laß uns lieber mal joggen gehen!

  9. larifariabel sagt:

    Lieber Herr M,
    ich finde, es braucht gar keinen wertenden Kommentar, Sie haben sich das halt so ausgesucht. Ich finde Sie trotzdem super. Kaffee kriegen Sie in Kiel definitiv jederzeit, und alternativ auch Käse und Wein. <3
    Liebste Grüße, Lari

  10. Schön! Da freu’ ich mich! \o/

    (Ich war noch nie in Kiel, aber ich wollte immer mal um die Schlei radeln. Kommt sofort auf die Sollte-man-mal-machen-Liste.)

  11. Oliver P. sagt:

    Hab mich schon seit ein paar Tagen gefragt, warum’s in meiner Timeline auf einmal so langweilig ist, bis ich’s geschnallt habe. Bin zwar nur einer der Fremden, kann Deine Gründe (als mehrfacher Ex-Raucher, Schokolade-am-Stück-Esser und maßloses Gewohnheitstier) aber gut nachvollziehen. Und das mit dem mal um Liegengebliebenes Kümmern finde ich cool. Daher: Gutes Gelingen!

  12. Es ist aber auch so, daß man sich irgendwann fragt, ob man jetzt wirklich in allem so diszipliniert sein muß. Da hat man das Rauchen drangegeben, frißt keinen Süßkram mehr, trinkt wochenlang gar keinen Alkohol und sonst nur maßvoll, schmeißt das Geld nicht zum Fenster raus … Wo soll das enden? Unter einem Felsüberhang im Himalaya, wo man fortan sein Dasein als Asket fristet?

    Nee, nee, Enthaltsamkeit kann nur ein erster Schritt sein. Das Ziel muß sein, das Maßhalten zu lernen. Ansonsten ist das alles eine ziemlich freudlose Veranstaltung.

  13. Oliver P. sagt:

    Und schon fehlt mir hier der Fav-Button ;)

  14. Dafür gibt es selbstredend ein Plugin. Doch dann sind wir wieder in derselben Routine drin: Folgen, Sterne hier, Likes da … Mir ist ein formulierter Kommentar tausendmal lieber, dafür nehme ich auch in Kauf, daß sich nur wenige hierher verirren, um zu gucken, was der Müller eigentlich treibt.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>