16,7 km to boldly go …

Soll: 11 km TDL HMRT + E/A
Oder, im Klartext: Lauf dich warm, dann renn’ elf Kilometer so schnell, wie du einen Halbmarathon laufen möchtest, abschließend trabe locker nach Hause. Kriegen wir hin, oder?

»Er ist tot, Jim«, sagte McCoy skeptisch.
»Aber Pille! Er zuckt noch!« Sofort zog Kirk den Tricorder aus der Gürteltasche und scannte den Körper auf Lebenszeichen. »Sieh nur! Er lebt!«
»Faszinierend«, konstatierte Spock mit hochgezogener Augenbraue.
»ENTERPRISE, hier spricht der Captain …«
»Hier Transporterraum …«
»Scotty, vier zum Hochbeamen!«
»Energie!«

Naja, so leblos bin ich heute morgen gar nicht. Eigentlich geht’s mir sogar ganz gut, um nicht zu sagen blendend. Die Sonne scheint, ich höre Musik, die Welt kann mich mal, selbst als die Bahn vor dem Werk hält – ich werde es auch heute irgendwie überstehen. Natürlich leiden Laune und Substanz über den Tag; schon der akustische Dauerstreß zerrt gewaltig an den Nerven. Und auch sonst gibt es genug Hektik und Grund zum Kopfschütteln. Ein Job für Buddhisten kurz vor dem Eintritt ins Nirvana …

Ich bin erst nach sieben zuhause und es dauert bis acht, bis ich mich locker genug für den Lauf fühle, den ich heute vorhabe: im Grunde das gleiche Ding wie letzten Montag, nur 2 km mehr Tempo. Sollte mit dem Teufel zugehen, wenn das nicht klappt … Die kurze Pause nutze ich, um mir eine Banane und ein Getränk reinzudrücken. Ich fülle mir eine kleine Pulle – über 15 Kilometer laufe ich immer noch nicht gern ohne was zu trinken.

Einlaufen ist wieder zu schnell; vorsichtshalber lege ich noch einen (unnötigen) Boxenstop ein – dauert nur ein paar Sekunden – dann geht’s ab in die Dämmerung, ach was, Dämmerung: Es wird schon dunkel, ich habe natürlich die Lampe vergessen und freue mich schon auf Schlaglöcher und Bodenwellen … Ich schalte einen Gang hoch, finde die 5:40 und laß es rollen.

Ganz gleichmäßig ist der Lauf nicht, dafür gibt es zuviele Ecken, Straßen, die zu überqueren sind (zum Glück alle leer), Bahntrassen (zum Glück ist die Schranke für mich rechtzeitig offen), wiederkehrende Brückenrampen (ich muß zwei kurze Zusatzrunden in den Kurs einbauen und laufe eine Rampe gleich dreimal!), unbeleuchtete Wege (Laternen ausgefallen …) und just die sind jene welche mit Löchern und Wurzelwellen … Ich atme tief, es brennt nichts, der fiese Muskel will mitreden, macht aber nichts weiter unangenehmes. Ab Kilometer 10 muß ich auf meinen Schritt achten: Ich komme sehr hart auf, das patscht zu sehr, aber mit bewußter Kontrolle geht’s wieder – die Kinvara geben da sehr schön Rückmeldung, da werden Ungenauigkeiten ja nicht von zuviel Dämpfung verschluckt.

Gegen Ende habe ich etwas Mühe mit der Streckenführung, ich laufe kreuz und quer durch die Kleingartensiedlung und kreuze mehrfach meine Zusatzrunde (sieht lustig aus auf der Karte), doch dann geht es genau auf, ich ziehe nochmal an für die letzten 200 Meter und dann – zack! – habe ich die 11 schnellen Kilometer im Sack und darf nach Hause traben. Schön. … Was sag’ ich …
SCHÖN!!!
ICH BIN SEHR ZUFRIEDEN!!!
TEMPODAUERLAUF IST MEIN NEUES LIEBLINGSTRAINING!!!
Sagte ich das schon?

16,7 km · 1:38:30 · +21/-37 hm · Pace: 5:53 · øHF 156 · HFmax 172 · 1450 kcal

darin:
11,2 km · 1:03:17 · +21/-33 hm · Pace: 5:39 (-0:01) · øHF 161 · HFmax 172 · øSF 174 · SFmax 186

Ganz nebenbei versteckt sich darin die Wiederholung meiner Zehner-Bestzeit (56:33), die beim letzten Halbmarathon anfiel. Und das ganz ohne Wettkampfschub. Ich gestatte mir jetzt ein alkoholfreies Weizenradler, ein fettes Grinsen und ein wenig Musik. Prost!

Nachtrag 17.9.:
Am Abend lobt mich die Frau noch für meine Mühen, weil ich so begeistert bin. Sie möchte am nächsten Morgen bloß ein kleines Ründchen in der Sonne drehen. Als sie fertig ist, macht sie ein Foto von ihrer Laufuhr und mailt es mir. Und mit einem Mal weiß ich wieder, wie langsam ich eigentlich bin. Tja, wer kann, der kann …

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