BUCHSTABIERE TWRCH TRWYTH –
Ein Sláinte auf die Flotte!

D.D.S.S. HÄGOR RA MANANDer Lord der Horde der Finsternis hat einst den wunderschönen Spruch geprägt: „Ihre Zukunft liegt nicht auf dem Wasser.“ In einer kleinen, für Nabelschau empfänglichen Gemeinschaft wie Follow wird so etwas im Nu zum running gag, der sich immer wieder gewinnbringend anwenden läßt. Wenn es ein weiteres Volk neben den Finsterlingen und den Steppenreitern der Toku geben mag, das ähnlich schlecht für die Seefahrt geeignet ist wie diese, dann müßte man wohl das Volk von Tir Thuatha nennen. Das spiele ich derzeit, ja.

Obgleich lange Zeit auf allen Kontinenten vertreten, bildete der Zustand der Flotte den Stellenwert der Seefahrt bei den Thuatha passend ab: zügig aus Kopierpapier zusammengeklebte Schiffchen, liebevoll mit Filz- und Buntstiften von Kinderhand verziert, leider nicht sehr haltbar und als sei das ein böses Omen, paßte die mangelnde Haltbarkeit zum Spielverlauf: das eine oder andere Schiff wurde kurzerhand versenkt.

Mal davon abgesehen, daß das vor allem an meinen bescheidenen Fähigkeiten als Armageddon-Feldherr lag, war es mir seitdem ein Anliegen, für kommende Unternehmungen schwimmendes Material zu haben, das ein wenig seriöser und haltbarer anmutet. Es ist zwar nicht schlimm, daß die Gegner uns unterschätzen und lachen, wenn die Thuatha anrücken, nur weil unsere Schiffe kindergartenbunt sind, aber beim Ewigen Spiel kommt es manchmal auch auf Seriosität an und darauf, daß es nicht ständig Krieger aus kollabierenden Schiffen und Türmen auf die Platte regnet. Also ran an die Bastelei!

Bastelbogen Drachenboot

Matthias’ Drachenboot-Bastelbogen von 1989

Die Vorlage bildete ein Bastelbogen von Matthias Bogenschneider, den er 1989 gezeichnet hat. Wie schon bei meinem Turm-Bastelbogen übernahm ich lediglich das Bauprinzip und konstruierte den Bastelbogen passend zur verwendeten Hexfeldgröße (Radius 18 mm) völlig neu. Adobe Illustrator hat alle denkbaren Werkzeuge für so eine Aufgabe, exaktes Zeichnen ist wirklich kein Problem und ich kann beliebige Texturen einbauen, um Holzplanken zu gestalten, Fahnen, Segel oder verschiedene Wappen.

Matthias’ Vorlage wurde nur geringfügig modifiziert: So verhindert sein Bugsteven, daß Schiffe direkt hintereinander aufgestellt werden können. Da das jedoch häufig vorkommt, muß der Steven dann zur Seite geklappt werden. Ich habe es alternativ mit einem kleineren Bugsteven versucht, der diagonal nach oben zeigt – eine etwas fisselige Konstruktion, die man von innen auch noch verblenden muß, aber es funktioniert ganz passabel.

Der Zusammenbau kann eine ganz schöne Sauerei sein, deshalb immer exakt schneiden und alle Falze vor dem Knicken rillen. Dann die Bordwände falzen und zusammenkleben, Böden einsetzen, Blenden, Trennwände und Masten einkleben, fertig. Man sieht an den Fotos, daß die Kanten alles andere als hübsch sind. das mag am 190-Gramm-Druckerpapier liegen: der Farblasertoner bricht an den Knickstellen einfach, das läßt sich nicht verhindern. Möglicherweise wäre ein Tintenstrahldrucker hier die bessere Wahl. Detailverliebte könnten nun zum Farbstift greifen und die Kanten retuschieren, aber ich bin faul …

Zum Schluß erhält jedes Schiff noch seine Fahne. Während der Heckspiegel das offizielle Wappen von Tir Thuatha zeigt, den silbernen Mond über dem Steinkreis mit seinen sieben Säulen, die für die sieben Stammkönigreiche stehen, ziert die Flagge ein blutrotes Triskell – Sinnbild für die göttlichen Dreiheiten – auf Grün, was generell eine gute thuathische Farbe ist, wie Blau, oder Rot, aber Grün ist eben Grün. Die in magiranischer Heraldik Bewanderten werden jetzt die Stirn runzeln, doch sie können sich gleich mal notieren, daß dies die neue Kriegsflagge der … *räusper* … thuathischen Marine ist.

Fürs erste sind sieben Neubauten vom Stapel gelaufen, angefangen mit Nummer 001, D.D.S.S. HÄGOR RA MANAN (im Foto oben sieht man, daß die erste Version des Bugstevens noch arg mickrig aussieht). D.D.S.S., das bedeutet übrigens „Dem Dhanndh sein Schiff“ – der Dhanndh ist der Hochkönig des Landes Tir Thuatha und als Illiterat eher einfach strukturiert; Hägor hieß übrigens einer seiner Vorgänger, ein skurriler Charakter, der sich vor 20 Jahren aufs Altenteil zurückgezogen hat und nur gelegentlich im Hintergrund herumgeistert. Auch die Schwesterschiffe wurden nach Königen und Fürsten benannt, ausgenommen die Nummer 003, die D.D.S.S. KOMM DOCH, deren Name in zwei Wörtern das Vokabular des Hochkönigs von Tir Thuatha kongenial wiedergibt. Der Pate der D.D.S.S. BUCHSTABIERE TWRCH TRWYTH war, wie man sofort versteht, kein Erfolgsmodell – Könige, deren Namen man nicht aussprechen kann, sind selten populär …

D.D.S.S. INFINITESIMALER ALBATANOR

Flottennummer 006, D.D.S.S. INFINITESIMALER ALBATANOR

Abgesehen von minimalen Unterschieden bei Bug- und Hecksteven gibt es keine baulichen Unterschiede innerhalb der Flotte. Eine Ausnahme gibt es aber: Nummer 006, die D.D.S.S. INFINITESIMALER ALBATANOR, ist ein Zweimaster, nicht jedoch, um mehr Segelfläche zu haben – thuathische Schiffe werden noch handgerudert – sondern, um dazwischen eine Hängematte anbringen zu können. Der Namensgeber des Schiffes, der Stammkönig von Tir Laighainn, Righ Albatanor ra An ap Bandel, ehemals Mir al-Batani, ist eine furchtbar dekadente Kreatur. Um ihn von seiner Insel Caran herunterzubekommen, bedarf es schon ganz besonderer Mittel: hier eines Flaggschiffes mit einer Hängematte, deren Stoff von caranischen Jungfrauen gewebt wurde.

Das, und ein eisgekühlter Vorrat an Getränken, die zum Schutz vor der sengenden Sonne stets nur mit Schirmchen getrunken werden, sollte es möglich machen, den legendären Albatanor zurück auf die Alte Welt zu schaffen.

-> Der Bastelbogen kann selbstverständlich kostenlos von Matthias Bogenschneiders Arma-Blog heruntergeladen werden.

Flottenliste Tir Thuatha

  • D.D.S.S. HÄGOR RA MANAN
  • D.D.S.S. GEERBTER SIBER LOBAR
  • D.D.S.S. KOMM DOCH
  • D.D.S.S. GEWALTIGER GWYDDOR
  • D.D.S.S. TYRGORS TREUE
  • D.D.S.S. INFINITESIMALER ALBATANOR
  • D.D.S.S. BUCHSTABIERE TWRCH TRWYTH

Schiff-Bastelbogen

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