Die guten wie die schlechten Tage

WeihnachtenKein Jahresrückblick von mir, denn dafür verläuft mein Leben zu gleichförmig, ohne Ecken und Kanten, die außerhalb meiner kleinen Welt interessant wären. 2012 war kein herausragend gutes Jahr, aber auch kein erschreckend schlechtes. Ich lebe, bin halbwegs gesund, den Kindern geht es gut, ich habe mich gut amüsiert und mäßig geärgert. Was soll ich da herausheben?

Ohne die mittelmäßigen und schlechten Tage geht alles Maß verloren. Das ist wie mit den Urlaubsfotos: die schlechten werden gleich gelöscht. Nicht bei mir. Ich hebe alle auf, sei es, weil ich sie als grafischen Steinbruch benutzen möchte, oder, weil ohne sie die Wahrnehmung verzerrt wird. Die 20 besten Urlaubsbilder zeigen wir gern herum, aber was ist mit den mißlungenen, den verwackelten, den langweiligen und verregneten? Erst die erzählen die ganze Geschichte.

Manches kann ich gar nur erzählen, wie die Episode von dem gigantischen Krähenschwarm, der während der Feiertage über der Dresdner Altstadt kreist. Mit der kleinen Knipse kann ich diesen Eindruck gar nicht festhalten. Und ich weiß auch nicht, was die Tiere zusammentreibt und über den Touristenscharen kreisen läßt. Der Abfall der Weihnachtsmärkte? Die weggeworfenen, halbaufgegessenen Thüringer Rostbratwürste? Da müßt ihr meiner Erinnerung vertrauen und ich hoffe, daß die Erinnerung daran lange anhält, daß ich die passenden Worte finden werde, um den Moment so zu beschreiben, daß ihr ihn miterleben könnt. Das wünsche ich mir – für dieses und alle anderen Erlebnisse und Geschichten.

Danke, 2012, daß Du geschehen bist. Danke, daß Du vorbei bist. Ich hoffe, ich kann mich an Dich erinnern.

Euch allen wünsche ich, daß eure Wünsche für 2013 in Erfüllung gehen. Seid fröhlich, bleibt gesund und laßt euch mal wieder blicken!

P.S.: Für die schlechten Bilder habe ich einen eigenen Tumblr-Blog: badpix

Krähenschwarm

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2 Antworten auf Die guten wie die schlechten Tage

  1. Nani sagt:

    Du wirst dich an 2012 erinnern. Das war das Jahr, ehe es 2013 richtig losging. Ehe die Tochter zur Schule kam. Ehe die Baustelle Deiner Frau allen den letzten Nerv raubte. Ehe du auf dem Depeche Mode Konzert warst und die Hellerauer Obstbrennerei endlich mal von innen sahst. War doch nett mit uns, 2012. 2013 wird noch besser ;-)

  2. Herzallerliebst, wie Du die Baustelle zwischen all den Pralinen versteckst! Du bist einfach die Beste! <3<3<3<3<3

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