Haste mal ’n Euro?

Euro-Rettungsring2009? Wißt ihr noch? Der Bundeswirtschaftsminister hieß Karl-Theodor zu Guttenberg. Und den Autobauern ging es schlecht. So schlecht, daß sich die Politiker in Rüsselsheim die Klinke in die Hand gaben und Bosse Prügel einsteckten, weil sie per Flieger nach Washington reisten. Denkwürdig der Moment, als der damalige GM-Chef Rick Wagoner völlig überrascht wirkte, daß Senatoren ihn mit kritischen Fragen drangsalierten, anstatt ihm einfach das gewünschte Geld in die Hand zu drücken. Gut, das Geld hat GM dann bekommen, aber Wagoner mußte seinen Hut nehmen.

Ford wollte es unbedingt aus eigener Kraft schaffen. Und ist auf einem guten Weg. Unermüdlich absolviert der ewig lächelnde Chef Alan Mulally seine Termine im roten Pullunder, verschickt ermutigende Botschaften und verteilt Komplimente. Daneben muß er darauf achten, den Schuldenberg des Unternehmens abzubauen: nach den Einsparungen kommen die neuen Produkte, am besten global. Global ist heutzutage sowieso alles.

Dabei hatten die europäischen Töchter es schwer vor zwei Jahren, denn wenn es um Geld geht, ist Ford immer noch eine amerikanische Firma, in anderer Hinsicht heften sich lokale Politiker gern das Prestige des „heimischen“ Autobauers an die Brust – soviel zur Globalisierung. Über diese Themen referierte Dr. Wolfgang Schneider in einem Interview für das Mitarbeitermagazin @Ford – trockene Sachverhalte geduldig erklärt.

Wie illustriert man sowas? Heute ist das Wort vom „Euro-Rettungsschirm“ in aller Munde. Einen „Auto-Rettungsschirm“ hingegen gab es damals nicht, weil die europäischen Regierungen ihre Autoindustrien mit individuellen Maßnahmen wie der Abwrackprämie unterstützten. Aber der Ruf wurde laut, die Europäische Union möge doch bitte etwas unternehmen. Ein Rettungsring also …

@Ford Februar 2009, Seiten 16-17

Ein Foto als Vorbild und dann ran an den digitalen Pinsel! Erstmal mußten alle überflüssigen Details raus, dann baute ich einen neuen Steg, fügte Meer hinzu, färbte den Ring euroblau, klebte ein paar Sterne drauf und klickte mich durch Photoshops Kunstfilter, bis ich eine geeignete Einstellung fand. Die Farben mußten noch ein wenig trostloser wirken – die Zeiten sind ja ernst –, aber es sollte Licht am Horizont geben.

Mittlerweile haben die Autoverkäufe wieder zugenommen und hier und da hört man, daß die Autokonzerne wieder Leute einstellen. Geht doch …

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